Surfende Delfine unterm Regenbogen

Neulich auf einer schottischen Insel der Inneren Hebriden habe ich einiges gelernt. Carsten und ich saßen abends auf unseren Stühlen in den Dünen. Unter uns ein langer Sandstrand. Elf Kilometer lang um genau zu sein. Vor uns unendlich weit und wild das Meer. Hinter uns der Landy, unser Zuhause der letzten zwei Monate. Am nächsten Tag sollten wir uns wieder auf den Weg machen. Zurück in den Wald.
Es wehte eine steife Brise, die Sonne schien hin und wieder durch die Wolken. Wir blickten auf die aufgewühlte See und plötzlich entdeckte ich ziemlich weit draußen mehrere Delfinflossen in den Wellen. Aufgeregt rief ich »Da!« und zeigte in die Richtung, wo ich sie gerade entdeckt hatte. Carsten sah sie auch, was meine Freude noch vergrößerte. Sie bewegten sich von links nach rechts durch Wasser. Wir konnten sie für eine Weile dabei verfolgen.

Regen schottisch nehmen …

Dann fing es an, zu regnen. Wir nahmen es schottisch und blieben einfach sitzen.
Irgendwann fragte ich dann: »Oder doch lieber ins Auto?«, beantwortete meine Frage aber gleich selbst: »Ach nein, lieber noch ein bisschen sitzenbleiben.«
Es hörte auf, zu regnen. Die Sonne kam wieder raus. Ich drehte mich zum Landy um und gab einen verzückten Schrei von mir. Ein riesiger Regenbogen umrahmte den Wagen. Das eine Ende in den Dünen, das andere am Ende der Bucht.
Neben dem Regenbogen im Meer, hinter den großen Wellen, die schaumig und laut an den Strand rauschten, sah ich dann wieder die Rückenflossen.
Und plötzlich sprangen sie, die Delfine, vor einer riesigen Welle her durch die Fluten. So als würden sie surfen. So als würden sie das ständig tun. Mir kamen die Tränen, fast schluchzte ich ein bisschen, weil ich so etwas Leichtes, Kraftvolles, Anmutiges, Anstiftendes, Fröhliches, Spielerisches, Freiheitsliebendes noch nie in meinem Leben gesehen hatte – wie so vieles auf dieser Reise. Die Delfine machten das, was ihnen entspricht – pure Freiheit.

… und auf die Sonne vertrauen

Manchmal muss ich also einfach den Regen aushalten, einfach sitzenbleiben, auch wenn ich dabei nass werde, muss darauf vertrauen, dass irgendwann, bald, wieder die Sonne rauskommt. Im Gepäck die wunderbarsten Überraschungen und noch viel Besseres, als ich es mir je hätte vorstellen können. Zuverlässig immer dann, wenn ich überhaupt nicht damit rechne und meistens, wenn ich genau das tue, was mir entspricht.

Du willst die nächste Kolumne nicht verpassen?

Dann melde Dich doch zu meinem Newsletter an. Einmal im Monat verschicke ich eine liebevoll gestaltete Mail mit guter Laune und Inspiration, Buchtipps, der monatlichen Kolumne, exklusiven Infos zu meinen aktuellen Projekten, Veranstaltungen und Büchern und den neuesten Neuigkeiten von meinem Leben im Wald.

Lust auf meinen Newsletter?